viel freude
in eueren unglaublich reizenden familien, wenn ihr tut, was menschen tun müssen. kauft schnell noch ein geschenk. http://www.amazon.de/Die-Fahrt-Sibylle-Berg/dp/3462039121/ref=pd_bbs_sr_1?ie=UTF8&s=books&qid=1198398020&sr=8-1 lest das neue LITERATUREN durch, frau löffler über arme schriftsteller, udn kauft das o.g buch grad 2 mal. von nichts kommt nichts. vielen dank udn ein süsses fest euch allen! eure verstörend niedliche frau berg weihnachten daheim Prolog Wenn man den Ort, an dem man geboren wurde, und größer, verlässt, wird man vielleicht einen angenehmen Platz zum Leben finden. Neue Bekannte, schöne Bäume, hübsche Strassen. Alles kann man finden, vielleicht ist es besser, als das was man aufgab, meist ist es nur anders und das Recht auf HEIMAT hat man verwirkt. Sie hätte nie geglaubt, das sie den dermaßen von ihr selbst missverstandenen Begriff HEIMAT jemals auch nur denken würde. Lange glaubte sie , überall leben zu können, frei von sentimentalen Gerüchen doch dann begriff sie die eigene Beschränkung. Sicher konnte sie irgendwo sein, staunen kann man überall und sich bewegen und leben, doch nach einiger Zeit überall, beginnt man sich doch zu sehnen. Nach Menschen, die einem ähnlich sind, nach Systemen und Werten, die einem vertraut . Sie begriff, das sie nie das Gefühl kennenlernen würde, eine Heimat zu haben, wenn sie es mit ihrer alten Heimat nicht noch einmal versuchen würde. In der Zeit der Versöhnung. 5 Tage davor Sie stand vor dem Bahnhof. Das Herz schneller , alles schnell, der Atem, das Leben, das jetzt beginnen würde, an jenem Tag, an dem es so hell war, wie um sie auszuleuchten, von allen Seiten sah sie anders aus , als was hätte keiner sagen können, aber es wirkte , als gehöre sie nicht vor diesen Bahnhof, auf diese Allee, die sie nun in die Stadt hinab lief. Nach 20 Jahren war sie zurückgekommen. Als es egal geworden war, wo eines wohnt, weil es begreift, das man nur in sich wohnt und so weiter, war sie zurückgekommen, denn im Gehirn des Menschen sitzt ein Virus, der schlechte Erinnerungen aufisst, so waren ihr nur Bilder geblieben, von stillen kleinen Gassen im Regen, der auf Kopfsteinpflaster glänzt. Von einem Park im Nebel, und Fachwerkhäusern im Sonnenschein. Eine Stadt in der jeder jeden kennt. Sie hatte in Städten gelebt in denen man noch nicht mal mehr sich selber kennt, und es waren schöne Bilder gewesen, darum. Sie hatte vergessen, wovor sie geflohen war. Alles vergessen und sie war zurückgekommen aus der Sehnsucht nach einer Heimat heraus, wegen eines Gedankens an Weihnachtsbäume und kultivierten Menschen, die einander noch mit Namen ansprechen. Hatte sich ein Zimmer gemietet, und schaute aus dem Fenster auf einen kleinen Platz und dachte an Spitzweg und Frieden. Der erste Spaziergang durch die Stadt am Nachmittag ihres neuen Lebens. Ein paar Läden mehr, ein paar Fassaden neu, und doch das Gefühl, als habe sich nichts verändert. Seit 20 Jahren oder 200. So hell die Sonne, so sanft der Schnee, so weich der Schritt durch die Seifengasse, in den Park, sah das Gartenhaus, die Ilm, kam zurück zum Markt, auf dem Thüringer Bauern Weihnachtsbäume verkauften , handgeschnitzt, nebenan, aus der Musikhochschule Geigenspiel. Als sich gegen 10 die Stadt schlafen legte, die Menschen von den Strassen verschwanden, nur noch sie durch den Winterabend zu ihrem Haus lief, der Wind sie streichelte, von weit entfernt ein Trabant der knatterte, dachte sie, endlich angekommen zu sein. An einem Ort, an dem ihr nichts mehr passieren könnte, weil er ihr war, wie eine Mutter. Sang er sie in den Schlaf, und die Luft so süß, durch das offene Fenster, in der Nacht. 4 Tage davor Es schien ihr, als sei jeder Stein der kleinen Stadt Kultur. Jedes Haus berührt, vor langer Zeit von einem, der die Welt geprägt. Schiller, Goethe, Liszt, Herder, Klee, van der Velde, und sie fasste jedes Haus, jeden Baum und schaute danach ihre Hand an, wie ein gerade benutztes Taschentuch, schaute, ob etwas Genialität darin wäre. Sie kletterte in den künstlichen Ruinen im Goethe Park herum, las die Inschrift im Felsen unter dem Römischen Haus und hatte das Gefühl, das an einem solch gesegneten Platz nichts Böses vorzufinden wäre. Sie berührte die Bauhaus Schule, das Haus der Frau von Stein, sie wanderte nach Tiefurt und Belvedere und abends saß sie im Residenzcafe und war von Freude erfüllt, diesen Ort für sich wiedergefunden zu haben, in dem es keine Uhren zu geben schien, keinen Kapitalismus und nichts Arges. Die Blicke der Menschen deutete sie als Freundlichkeit. Schnell kannte man sie in der Stadt in der jedes auffällt, das länger als zwei Tage verweilt und schon bald grüßten die Verkäufer in den Läden sie mit ihrem Namen. Leicht war ihr, getragen von der familiären Liebenswürdigkeit der kleinen Stadt, die eigentlich zu provinzieller Borniertheit geboren, so offen war, so voller Kultur, ihr war, wie das Modell einer besseren Welt. Sie saß unter den Lauben auf dem Goetheplatz und sah die Touristen, die in Bündeln das Goethehaus betreten durften, auf das es sich nicht übergäbe, und freute sich, das all die Studienräte und Kunsthistorikerinnen wieder abreisen mussten, während sie bleiben durfte. 3 Tage davor. Sie malte Bilder oder sang Lieder, es ist egal an dieser Stelle, irgendetwas machte sie , das keiner benötigte und sie tat es lauter, als es gut für die kleine Stadt gewesen wäre, oder bunter, oder größer. Und glaubte doch , das die Atmosphäre der kleinen Stadt ihr gut täte, spürte das zischeln nicht, die Augen nicht , ging strahlend durch die Stadt , freute sich an den jungen Menschen, die in den Autonomen Cafés saßen und die Welt neu erfinden wollten, dachte an Künstlerkolonien, an Worpswede, an Santa Fee, sie hatte das Gefühl, im Bademantel durch ihre Wohnung zu laufen, so gemütlich war es ihr, durch die Gassen zu schleichen. Manchmal hatte sie Kopfschmerzen, und dachte, dass irgendetwas mit der Luft nicht in Ordnung wäre. Doch das verging ihr rasch wieder, das Gefühl. 2 Tage davor Sie hatte zwei Frauen reden hören. “Da kommen sie , aus dem Westen und denken , sie wären was besseres“ sagte die eine. „Ne typische Asoziale, das sieht man doch sofort“ erwiderte die andere. Minuten später merkte sie, dass die Frauen von ihr gesprochen hatten. Das verunsicherte sie und an jenem Tag lief sie schneller durch die Stadt. Sie sah Ablehnung in den Augen der Menschen, merkte, dass einer vor ihr ausspuckte. Sie brauchte einige Zeit, um sich zu sammeln und sagte sich dann, dass es dumme Menschen doch überall gäbe, dass sie doch schon immer ein Außenseiter gewesen, das die Menschen vernichten wollten was ihnen Angst macht, alles ihnen Angst macht, was von der Norm abweicht. Doch das schlechte Gefühl an jenem Tag, verließ sie nicht und die Häuser der kleinen Stadt, schienen auf einmal enger zueinander zu rücken, als wollten sie ihr den Weg versperren. 1 Tag davor Sie hatte sich an die Geschichte der Stadt erinnert, die keiner heute mehr kennen mochte. Das kurze Aufbäumen gegen ihr provinzielles Schicksal, doch schon nach Goethe war das wieder vorbei und alle gescheitert, die die Stadt beleben wollten, die danach kamen, denunziert, verraten, aus der Stadt getrieben. Liszt, Harry Graf Kessler, das Bauhaus, verspottet in der Zeitung der Stadt, die damals wie heute von Kleingeistern gefüllten Seiten, vertrieben, mit Steinen aus der Stadt gejagt, alle , außer Hitler. Sie erfuhr über die Gesetzmäßigkeiten kleiner Residenzstädte die macht, das die Menschen Lakaien sind, die auf einen neuen Führer warten. Einen Monarchen, einen Diktator, gleich was, das sie lenken könnte, zu dem sie aufschauen mögen. Und eine Residenzstadt mit dem kulturellen Hintergrund, auf dem sich wohl ausruhen ist, sich keiner anstrengen muss, der macht Selbstzufriedenheit und verwehrt allem, was nach Anarchie riecht den Eintritt. Als die Weimarer nach Kriegsende zum KZ Buchenwald getrieben wurden, um sich Knochen anzusehen, skelettierte Gefangene in Bergen geschichtet anzuschauen, weinten manche. Um schon kurz danach wieder nichts zu wissen vom KZ, von Toten, es war doch wohl alles nicht so schlimm gewesen. Schlecht schlief sie in jener Nacht , und eine Angst in ihr , die ihr den Schlaf verwehrte, und deren Ursprung sie nicht genau hätte benennen können, den draußen auf dem kleinen Jakobskirchhof schrieen Winter Vögel, doch vielleicht waren es keine Vögel, sondern Maschinen, was denke ich, dachte sie, ich will doch nur meinen Frieden finden. Und in der Nacht, sah sie sich laufen, verfolgt von den kleinen Häusern, den kleinen Bürgern, die Treppen zum Schlossturm nehmen, und alle klatschten, als sie ihren Körper der Ruhe übergab. Sie lag vor dem Schlossturm. Auf dem Platz davor, auf den Steinen davor, das Gesicht darauf, im Dreck, das Gesicht , und um sie die ordentlichen Bewohner der Stadt, die selbst wenn sie sich als Künstler verkleiden noch nett anzusehen sind, standen um sie, schweigend, und sie erwachte aus dem Traum, die Luft so süß und dachte kurz benommen, ich muss hier weg, so schnell es geht. Und schlief darüber ein, tief wie bewusstlos. Heiligabend Misstrauisch ging sie durch die Stadt. Die drolligen kleinen Häuser schienen ihr , wie Papp-Fasssaden hinter denen das Böse wohnt, vielleicht wohnt Hitler noch hier, ist gar nicht tot, und sie spürte, das sich ihr Geist verwirren wollte. Hinter den Fenstern Blicke durch die Gardinen, die ihr folgten , Touristen die muffig rochen, nach der Zufriedenheit des gebildeten Bürgers, die durch die Strassen liefen, keiner schaut sich Buchenwald an, es verträgt sich nicht mit dem Bild der Kulturstadt. Noch mehr Farbe auf die bröckelnde Fassade, noch mehr Konzerte im Schlosshof, und Kunst auf die Bühne. Selbstgefällige Professoren, Heimatkünstler, die die Tage in Kaffees versitzen, wie bezahlte Kulissen, Bildungsbürger, Kleinstadtkönige, und fast ist ihr, als spürte sie einen Stein im Rücken. Die Stadt voller Beta-Menschen, uniform und bescheiden in sich und die, die anders sind, gehen, wenn sie noch können, wenn sie nicht gelähmt sind, durch die Gase der Zufriedenheit, die die kleinen Häuser absondern - die Bibliothek ist so schön, und unser Theater, das tanzt sogar ein Neger. Und die Jungen, die sich aufbäumen, kurz, gegen das Gift, vielleicht schaffen einige die Flucht, gehen in die Welt, aber sie sollten sie zurückkehren, stolz wird keiner auf sie sein. Fast meint sie, Gas riechen zu können, die Sonne scheint zu hell. 20 Tage danach Da geht sie. Sie hat ein unauffälliges Kleid an, sie trägt eine Brille. Sie hat ein Theaterabonnement und träumt von einem Platz, später, im Seebach Stift. Sie geht lächelnd durch ihre kleine Stadt und schreibt Gedichte über sie, sie malt Aquarelle und redet gerne mit einem befreundeten Musik-professor. Sie hat sich einer Gesellschaft angeschlossen, die das Kulturgut pflegt. Sauber hält von negativen Einflüssen. Das sind alle. Sie ist stolz auf das Bauhaus. Stolz auf Goethe, als wäre er ihr Geliebter, dem sie die Ehe im Himmel zugesichert. Manchmal sagt sie, dass hier alles so borniert sei, aber es ist, wie über das Wetter schimpfen. Sie nimmt tiefe Züge der Luft, die hier süßer schmeckt, als anderswo. – Wenn Sie keine E-Mails von Frau Berg erhalten möchten,
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